Type Gräf / Steyr GU 240 M18 (Wien)

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Typenskizze
Typenskizze
GU 240 M18 auf der Linie 35A
GU 240 M18 auf der Linie 35A

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Musterwagen 8071 mit Linienanzeige auf der linken Seite im Einsatz auf der Linie 74A (26. August 2001)
Musterwagen 8071 mit Linienanzeige auf der linken Seite im Einsatz auf der Linie 74A (26. August 2001)
Heckansicht des 8071 (26. August 2001)
Heckansicht des 8071 (26. August 2001)
8054 am letzten Betriebstag auf der Linie 23A bei der Haltestelle Gladiolenweg (7.April 2006)
8054 am letzten Betriebstag auf der Linie 23A bei der Haltestelle Gladiolenweg (7.April 2006)

Noch vor der Auslieferung des ersten Wagens der Type GU230/54/69/A1 im Jahre 1982, beauftragten die Wiener Linien die Firma Gräf & Stift mit der Konstruktion eines neuen Gelenkbustyps. Alle bisherigen Gelenkbusse basierten auf Dieselmotoren, die entweder mit reinem Diesel oder mit einem Diesel-/Flüssiggasgemisch betrieben wurden. Angesichts einer neuen Bewusstseinsbildung hinsichtlich Umweltschutz und Schadstoffreduktion, sollte dieser neue Gelenkbustyp mit einem Gasmotor unter ausschließlicher Verwendung von Flüssiggas unterwegs sein. Am 1. August 1983 wurde schließlich der erste Prototyp an die Wiener Linien ausgeliefert und am 8. August mit der Nummer 8100 in Stand genommen und der Garage Spetterbrücke zugeteilt. Die ersten Linieneinsätze erfolgten auf der Linie 48A. Da sich der Wagen bewährte, wurde 1985 ein weiterer Prototyp mit dem selben Motor, aber einem anderen Getriebe in Auftrag gegeben. Die Auslieferung dieses Wagen zog sich bis November 1986. Am 5. Jänner 1987 wurde er dann mit der Nummer 8101 in Stand genommen. Äußerlich unterschied er sich vom Wagen 8100 dadurch, dass er auch auf der linken Seite eine kleine Linien-Rollbandanzeige erhielt.

Zwischen 1984 und 1988 erhielt der erste Musterwagen 8100 mehrere Getriebetäusche und bekam 1988 gleichzeitig mit 8101 einen neuen Motor mit Katalysator und ASR eingebaut.

Da man nun mit den beiden Fahrzeugen recht zufrieden war, entschloss man sich im selben Jahr mit der Lieferung der ersten Serienfahrzeuge. Am 21. Dezember 1988 wurde die ersten 6 Wagen mit den Nummer 80028007 in Stand genommen und tags darauf der Garage Grinzing zugeteilt. Äußerlich unterschieden sie sich von den beiden Prototypen dadurch, dass sie nicht mehr mit Trilex-Felgen geliefert wurden, sowie durch den Wegfall der Front-Zierleiste.

Zwischen 1988 und 1991 wurden 68 Wagen ausgeliefert, wobei die Wagen 80018040 der Garage Grinzing und die Wagen 8041 - 8066, sowie 80688069 der Garage Vorgartenstraße zugeteilt wurden. Der Wagen 8067 brannte noch vor seiner Übernahme aufgrund eines undichten Gasbehälters am 12. September 1991 aus. Die beiden Musterwagen 8100 und 8101 blieben in der Garage Spetterbrücke.

Aufgrund der anstehenden Auslieferung der ersten Niederflurgelenkbusse der Type NG 235 M18 wurden 8100 und 8101 mit 27. Dezember 1994 in 8070 und 8071 umnumeriert.

Im Sommer 1995 entschloss man sich dazu, die Linie 66A, die bis dahin ausschließlich mit Normalbussen betrieben wurde, mit Gelenksbussen zu betreiben und begann die Strecke entsprechend zu adaptieren. Im Zuge dessen wurden Ende August 1995 die Wagen 8039 - 8050 in die Garage Raxstraße überstellt. In den folgenden 9 Jahren sollten diese Fahrzeuge an den Wochenenden auch regelmäßig auf den neuen Nachtbuslinien N6, N60 und N66 zum Einsatz kommen. Ebenfalls Ende August 1995 gingen die Wagen 8051 – 8069 an die Garage Spetterbrücke.

Anstehende Ausmusterungen bei den Type GU230/54/69/A1 und das Ausscheiden der Type GU230/54/69/A im Jahre 1996, führten dazu, dass ab 1997 damit begonnen wurde, sämtliche Wagen allmählich in die Garage Vorgartenstraße zu übersiedeln, um den dortigen Abgang an Fahrzeugen zu kompensieren.

So wurden 1997 die Wagen 8031 - 8038, 8052 - 8054, sowie die beiden Prototypen 8070 und 8071 von der Spetterbrücke in die Garage Vorgartenstraße umstationiert.

Als die Garage Spetterbrücke im Sommer 1998 ihre letzten Fahrzeuge (8055 - 8069) an Vorgarten (8055 - 8063) und Grinzing (8064 - 8069) abgab, endete damit die GU-Ära auf der Linie 48A.

Da die Busse allmählich selbst in die Jahre kamen, begannen ab 2002 größere Ausmusterungen, vor allem bei den Fahrzeugen der Baujahre 1988/89. Am 8. Mai 2002 wurde mit dem Bus Nr. 8001 das erste Fahrzeug dieser Type ausgemustert.

Am 8. März 2004 verlor die Grinzing schließlich ihre letzten 9 Fahrzeuge (8005, 8007, 8010, 8012, 8064 - 8066, 8068) an Vorgarten und war somit die erste Garage Wiens, die ihren gesamten Autobusbetrieb auf Niederflur umstellen konnte.

Am 10. Oktober 2004 gab die Garage Raxstraße ihre letzten 6 Fahrzeuge (8045 - 8047, 8049, 8051, 8052) an Vorgarten.

Damit war die Garage Vorgartenstraße die letzte Heimat aller noch verbliebenen Fahrzeuge. Zum Einsatz gelangten sie nunmehr vor allem auf den Linien 11A, 23A, 28A und 29A, sowie vereinzelt noch auf den Linien 26A, 31A, 74A und als Schülerverstärker auf der Linie 32A.

Infolge weiterer Ausmusterungen, begann aber auch von diesen Linien allmählich der Rückzug. 2003 verkehrten sie letztmalig auf der Linie 74A und am 7. Dezember 2005 kam es zum letzten planmäßigen Einsatz auf der Linie 29A.

Die letzten 5 Fahrzeuge (8041, 8054, 8056, 8057 und 8059) kamen seit diesem Tag nur noch auf der Linie 23A zum Einsatz.

Am 7. April 2006 endete dann endgültig das GU-Zeitalter. An diesem Tag waren noch alle 5 verbliebenen Wagen im Einsatz, als allerletzter GU 240 M18 zog der Bus Nr. 8057 als letzter 23A in die Betriebsgarage Vorgarten ein. Mit der Ausmusterung dieser letzten Hochflurgelenkbusse war mit 8. April 2006 die gesamte Gelenkbusflotte der Wiener Linien auf Niederflurfahrzeuge umgestellt.

Der Wagen 8018 befindet sich im Österreichischen Omnibusmuseum.

[bearbeiten] Baureihen

  • 8100 (Baujahr 1983)
  • 8101 (Baujahr 1986)
  • 8001 - 8010 (Baujahr 1988)
  • 8011 - 8036 (Baujahr 1989)
  • 8037 - 8047 (Baujahr 1990)
  • 8048 - 8066, 8068 - 8069 (Baujahr 1991)
  • 8067 brannte vor der Übernahme bei einer Probefahrt aus

[bearbeiten] Technische Daten

  • Länge: 18.000 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 3.100 mm
  • Sitzplätze: 43
  • Stehplätze: 105
  • Eigengewicht: 14.260 kg
  • Motor: 6 Zylinder-4 Takt-Heckmotor für Flüssiggas mit Katalysator
  • Leistung: 175 kW (240 PS)
  • Hubraum: 11.967 cm3
  • Tank: 5 Gasbehälter (für 480 Liter Flüssiggas)
  • Getriebe: ZF 4 HP.500 Automatik
  • ABS, ASR
  • Rollbandzielanzeige

[bearbeiten] Besonderheiten

Um die Nummerserie 81xx für die Niederflurbusse frei zu bekommen wurden die Busse 8100 auf 8070, bzw 8101 auf 8071 umnummeriert.

Der Bus Nr. 8050 erhielt versuchsweise die später bei den Niederflurbussen verwendeten Türöffner.

Der Bus Nr. 8071 ex 8101 hatte als einziges Fahrzeug auch auf der linken Seite (unmittelbar nach dem Gelenk) die dreiteilige Liniennummer-Rollbandanzeige des Hecks. Sie war jedoch die meiste Zeit auf die Leerfelder eingestellt.

[bearbeiten] Statistik

Nummer Kennzeichen Erstzulassung Ausgemustert Anmerkung
8100 (8070) W 740.100 08 08 1983 10 06 1998
8101 (8071) W 740.101 05 01 1987 31 03 2003
8001 W 740.001 30 12 1988 08 05 2002
8002 W 740.002 21 12 1988 13 05 2002
8003 W 740.003 21 12 1988 14 02 2003
8004 W 740.004 21 12 1988 30 07 2002
8005 W 740.005 21 12 1988 13 08 2004
8006 W 740.006 21 12 1988 30 10 2002
8007 W 740.007 21 12 1988 09 11 2004
8008 W 740.008 30 12 1988 16 04 2003
8009 W 740.009 30 12 1988 13 05 2002
8010 W 740.010 30 12 1988 16 06 2004
8011 W 740.011 23 03 1989 27 06 2003
8012 W 740.012 07 02 1989 13 08 2004
8013 W 740.013 07 02 1989 14 02 2003
8014 W 740.014 09 03 1989 27 05 2003
8015 W 740.015 09 03 1989 16 06 2003
8016 W 740.016 23 03 1989 23 08 2002
8017 W 740.017 23 03 1989 31 03 2003
8018 W 740.018 23 03 1989 30 12 2004 ÖOM
8019 W 740.019 24 04 1989 18 07 2003
8020 W 740.020 04 04 1989 26 07 2004
8021 W 740.021 04 04 1989 15 01 2003
8022 W 740.022 04 04 1989 27 06 2003
8023 W 740.023 19 05 1989 08 07 2003
8024 W 740.024 19 05 1989 08 07 2003
8025 W 740.025 19 05 1989 11 06 2003
8026 W 740.026 19 05 1989 13 08 2004
8027 W 740.027 15 06 1989 23 06 2003
8028 W 740.028 15 06 1989 05 10 2004
8029 W 740.029 12 07 1989 08 07 2003
8030 W 740.030 12 07 1989 08 07 2003
8031 W 740.031 01 09 1989 16 06 2004
8032 W 740.032 01 09 1989 12 05 2003
8033 W 740.033 01 09 1989 01 09 2005
8034 W 740.034 01 09 1989 16 06 2004
8035 W 740.035 01 09 1989 09 11 2004
8036 W 740.036 19 09 1989 12 05 2003
8037 W 8037 LO 04 09 1990 06 04 2004
8038 W 8038 LO 04 09 1990 17 03 2004
8039 W 8039 LO 18 09 1990 05 10 2004
8040 W 8040 LO 18 09 1990 19 10 2005
8041 W 8041 LO 25 10 1990 12 04 2006
8042 W 8042 LO 12 11 1990 05 12 2005
8043 W 8043 LO 12 11 1990 13 08 2004
8044 W 8044 LO 22 11 1990 25 02 2005
8045 W 8045 LO 14 12 1990 05 12 2005
8046 W 8046 LO 18 12 1990 20 12 2005
8047 W 8047 LO 18 12 1990 12 04 2006
8048 W 8048 LO 09 01 1991 08 07 2004
8049 W 8049 LO 05 02 1991 05 12 2005
8050 W 8050 LO 05 02 1991 07 09 2004
8051 W 8051 LO 03 04 1991 20 12 2005
8052 W 8052 LO 03 04 1991 20 12 2005
8053 W 8053 LO 16 05 1991 29 03 2004
8054 W 8054 LO 16 05 1991 12 04 2006
8055 W 8055 LO 11 06 1991 14 12 2004
8056 W 8056 LO 11 06 1991 12 04 2006
8057 W 8057 LO 11 06 1991 12 04 2006
8058 W 8058 LO 02 07 1991 07 11 2005
8059 W 8059 LO 02 07 1991 12 04 2006
8060 W 8060 LO 24 07 1991 14 12 2004
8061 W 8061 LO 24 07 1991 14 10 2005
8062 W 8062 LO 07 08 1991 09 11 2004
8063 W 8063 LO 24 07 1991 26 07 2004
8064 W 8064 LO 07 08 1991 14 12 2004
8065 W 8065 LO 10 09 1991 05 12 2005
8066 W 8066 LO 03 10 1991 09 11 2005
8067 W 8067 LO -
8068 W 8068 LO 05 11 1991 07 11 2005
8069 W 8069 LO 05 11 1991 23 02 2004

[bearbeiten] Weblinks

Wiener Linienbusse

[bearbeiten] Quellenverweise

  • Sedlacek, Kurt: tramway&modell, 11. Jahrgang, Ausgabe 2/2006, Wien, S. 14 ff.

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