Linie 72 (Wien, 1907-1961)
Allgemeines
Die Linie 72 wurde vom Simmering (SIM) betrieben.
Linienchronik
| von | bis | Linienführung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 8. Dezember 1903 | 18. August 1918 | Zentralfriedhof - Schwechat | bis 13.2.1907 ohne Liniensignal |
| 14. Februar 1907 | 16. Juni 1961 | Betriebsbahnhof Simmering - Schwechat | Abends nach Friedhofsschluss statt Linie 71 |
| 1. November 1918 | ---- | Zentralfriedhof - Dreherschleife | |
| 11. November 1918 | 7. Dezember 1918 | Zentralfriedhof - Schwechat | |
| 9. Dezember 1918 | 1. Februar 1919 | Zentralfriedhof - Schwechat | W |
| 2. Februar 1919 | 11. Oktober 1919 | Zentralfriedhof - Schwechat | |
| 13. Oktober 1919 | 13. März 1920 | Zentralfriedhof - Schwechat | W |
| 14. März 1920 | 6. November 1944 | Zentralfriedhof - Schwechat | |
| 13. November 1944 | 11. Jänner 1945 | Zentralfriedhof - Schwechat | |
| 14. Jänner 1945 | 7. Februar 1945 | Zentralfriedhof - Schwechat | |
| 12. November 1945 | 16. Juni 1961 | Zentralfriedhof - Schwechat |
Geschichte
Aus der Zeitschrift Eisenbahn 5/1991:
Die 2,3 km lange Strecke Zentralfriedhof - Schwechat wurde ab 08.12.1903 in Betrieb genommen, seit 14.02.1907 hatten die Züge dieser Linie das Signal 72. Schon von Anfang an fuhr die Linie 72 abends nach Friedhofsschluß bereits ab Bhf. Simmering, weil dann Zweiwagenzüge bzw. Solotriebwagen der Frequenz genügten. Die Geschichte der Linie 72 verlief ohne Besonderheiten. Nicht in Betrieb war die Linie vom 19.08 bis 31.10 und vom 02.11 bis 10.11.1918; an Sonn-und Feiertagen vom 08.12.1918 bis 26.01.1919 und vom 02.10.1919 bis 08.03.1920; dann im 2.Weltkrieg vom 06.11 bis 12.11.1944; am 12.01 und 13.01.1945 und bei Kriegsende vom 08.02.1945 bis 11.11.1945.
Der Normalauslauf betrug 4 Züge, die Zugzahl schwankte jedoch zwischen 2 und 5 Kursen. Abends bis Simmering waren 6 bis 8 Garnituren notwendig. Normalerweise wurde mit einem Beiwagen gefahren, Dreiwagenzüge gab es nur von 1940 bis 1944. 1934 und 1955 wurde wegen Beiwagenmangels mit Doppeltriebwagen gefahren. Bis 1948 war am Zentralfriedhof ein Stoßbeiwagen stationiert; Mitte der 30er Jahre versuchte man Stoßtriebwagen umzukuppeln.
An Triebwagentypen wurden die Reihen G, G1, G2 (auch Salonwagen), G3, H und K eingesetzt. Am 01.11.1918 besorgte der T 440 den Notverkehr Zentralfriedhof - Dreherschleife. Der Beiwageneinsatz: Bis etwa 1914/15 waren kleine Beiwagen im Auslauf (sogar q1), dann dominieren bis 1945 die u, u1 und u2. Ab November 1945 bis 1946 setzte man m2, m3 ein, 1947 waren o, o1 im Umlauf. 1948 g und k und dann bis 1960 die h-Beiwagen.Vereinzelt kamen auch k1, k2 und k3 auf der Linie 72, 1926 sogar die neuen d2. Hingegen dürften u3 niemals auf der Linie 72 im Einsatz gewesen sein. Die Einstellung der Linie erfolgte am 16.01.1961, der Hauptgrund war die Elektrifizierung der ÖBB-Strecke Wien-Groß Schwechat, die die Linie 72 an der Stadtgrenze nieveaugleich kreuzte. Als letzter Wagen verließ H 2255 Groß Schwechat.
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