Elektrische Kleinbahn Graz-Mariatrost
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Graz (Zinzendorfgasse) - Mariatrost
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[bearbeiten] Allgemeines
Die auch als "Mariatroster Bahn" oder "Rote Bahn" (wegen der roten Fahrzeuge) bezeichnete Schmalspurbahn fuhr von der Zinzendorfgasse über den Hilmteich nach Mariatrost, das damals noch weit außerhalb des Grazer Stadtgebiets lag. Sie wurde am 20. Jänner 1898 eröffnet, also mehr als ein Jahr, bevor das städtische Straßenbahnnetz elektrifiziert wurde, eingestellt wurde sie in den Jahren 1939-1941, wobei die Strecke Hilmteich - Mariatrost auf Normalspur umgebaut wurde und in die städtische Straßenbahn-Linie 1 eingegliedert wurde.
Betrieben wurde die Bahn von 8 Triebwägen und 8 Beiwägen, die von der k.k. priv. Wagen- und Waggonfabrik Weitzer in Graz gebaut wurden.
[bearbeiten] Streckenverlauf
Die el. Kleinbahn Graz-Mariatrost verkehrte vom Glacis durch die Zinzendorfgasse - Schubertstraße zum Hilmteich, weiter über die Hilmteichstraße bis zum an der Mariatroster Straße gelegenen Bierdepot der Firma Reinighaus (das war noch bis in die 1990er Jahre in Betrieb) und weiter über einen eigenen Gleiskörper entlang der Mariatroster Reichsstraße bis nach Mariatrost.
Streckenlaenge: 5,247 km
Fahrzeit: 28 Minuten
Folgende Haltestellen gab es:
- Zinzendorfgasse (0,00 km)
- Halbärthgasse (0,30 km)
- Geidorfgürtel (0,58 km, ab 1900)
- Hartenaugasse (0,85 km)
- Lenaugasse (1,10 km)
- Hilmteich (1,40 km)
- Hilmteich-Linienamt (1,80 km)
- Königsmühlstraße (ab 1916)
- Mariagrün (2,10 km)
- Krafft-Ebing-Straße (ab 1916)
- Kroisbach (2,70 km)
- St. Johann (3,35 km)
- Rettenbach (3,90 km)
- Teichhof (4,60 km)
- Mariatrost (5,15 km)
[bearbeiten] Geschichte
Bereits 1894 wurden die ersten Ansuchen um eine Tramway Graz - Mariatrost - Radegund - Schöckl mit einer Abzweigung nach Weiz eingereicht, dennoch dauerte es bis 1897, bis die Bauarbeiten an der Bahn aufgenommen werden konnten. Zuerst war geplant, die Bahn mit 1. November 1897 zu eroeffnen, allerdings verzögerten sich die Arbeiten bis Dezember 1897. Nach den behördlichen Abnahmen konnte am 20. Jänner 1898 die gesamte Strecke eröffnet werden.
Eine Verlängerung nach Radegund und nach Weiz war zwar immer geplant, wurde allerdings nie realisiert.
1921/22 erhielten die Triebwagen eine Holzkobelverglasung.
1925 wurde die Stromabnahme von Schleifschuh- auf Bügelbetrieb umgestellt.
1929 wurde die Gleisanlage in Mariatrost umgebaut und eine Umkehrschleife errichtet.
1930 wurden die Triebwägen 1-4 und 7 umgebaut, sie erhielten verlängerte, geschlossene Plattformen.
1939 wurde der Triebwagen 5 nach Vorbild des Wagens 121 der Reihe 11 der GTG umgebaut.
1939 erwarb die Grazer Tramway-Gesellschaft (GTG) alle Geschaftsanteile der Mariatroster Bahn und beschloss die Teilstrecke Zinzendorfgasse - Hilmteich aufzulassen und die restliche Strecke einzugliedern.
Ab 18. Oktober 1939 wendeten die Züge der Mariatroster Bahn in der Haltestelle Hilmteich, der Abschnitt Hilmteich - Zinzendorfgasse wurde nicht mehr bedient.
Ab Juni 1940 begann der etappenweise Umbau auf Normalspur, in der Regel von Ausweiche zu Ausweiche, wobei die jeweilige Umbaustrecke von den Fahrgaesten zu Fuß bewältigt werden musste. Der Betrieb auf der Meterspurstrecke von Mariatrost bis zur jeweiligen Ausweiche wurde im Pendelbetrieb befahren.
Am 23. Oktober 1941 fuhr die Mariatroster Bahn zum letzten Mal.
Der Wagenpark der Mariatroster Bahn wurde nach Lodz verkauft, die ersten Fahrzeuge wurden bereits am 29. November 1941 zur Verladung zum Hauptbahnhof gebracht.
[bearbeiten] Daten
(Zum Zeitpunkt der Eröffnung)
| Spurweite: | 1,000 m |
| Höchster Punkt: | 419,00 m |
| Tiefster Punkt: | 366,100 m |
| Größte Steigung: | 39,200 ‰ |
| Kleinster Kurvenradius: | 45,000 m |
| Gesamtlänge der Gleise: | 6,419 km |
| Anzahl der Ausweichen (alle Rillenschienen): | 11 |
| Anzahl der Durchlässe: | 36 |
| Länge Gleis: Eigenes Planum unter Verwendung von Vignolschienen (Profil: System XI der kkStB, 67,29kg/lfm Gleis): | 4,080 km |
| Straßengrund unter Verwendung von Rillenschienen (Profil: Phoenixschienen der Wiener Pferdebahn, 90,44kg/lfm Gleis): | 2,339 km |
- In Mariatrost wurden folgende Gebäude errichtet: Aufnahmsgebäude, Kraftstation, Wagenremise, Personalhaus
- In Mariagrün: Ein Kohlenschuppen
[bearbeiten] Literaturhinweise
Herbert Woeber: Vom Bau der "roten" Tramway. Elektrische Kleinbahn Graz - Maria-Trost. - 1975, Selbstverlag, 2. Auflage 1979.
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