1878

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1877 - 1878 - 1879


[bearbeiten] Graz

1877 - 1878 - 1879 | Kalender Graz


Anfang des Jahres 1878 erkannte der Grazer Gemeinderat, dass die bisher gestellten Bedingungen die Errichtung einer Pferdebahn für Unternehmer unmöglich machten. Daher wurde in einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung am 5. Februar ein Entwurf für einen Vertrag mit Bernhard Kollmann, Betreiber der Straßenbahnen in Brünn und Prag, beschlossen, der am 25. Februar unterzeichnet wurde. Der wichtigste Unterschied zu den Forderungen des Jahres 1868 war, dass nur die Strecke vom Südbahnhof (= Hauptbahnhof) zum Geidorfplatz innerhalb eines Jahres vollendet werden musste. Außerdem wurde die Streckenführung durch die Murgasse genehmigt, so dass die vorher verlangte Beteiligung an der Neuerrichtung der Albrechtsbrücke (= Tegetthoffbrücke) wegfiel.

Am 26. April erhielt Kollmann die Konzession vom Wiener Handelsministerium, am 30. April fand eine Lokalkommission statt. Dabei erhob die k.k. priv. Südbahngesellschaft, der der Bahnhofsvorplatz gehörte, Einspruch gegen die dort geplante Streckenführung. Sie blieb daher vorerst offen. Die Strecke war durchgehend zweigleisig mit Weichen an der Kreuzung Eggenberger Straße/Annenstraße, am Murplatz (= Südtiroler Platz), in der Murgasse, am Jakominiplatz, am Holzplatz (= Kaiser-Josef-Platz) und am Geidorfplatz. Haltestellen waren von Kollmann keine vorgesehen, er überließ deren Standort der technisch-polizeilichen Prüfung.

Am 6. Mai begannen die Bauarbeiten in der Annenstraße. Bereits ein Monat später, am 7. Juni, fand die Abnahme der Strecke vom Südbahnhof zum Jakominiplatz statt, sie wurde ebenso wie der Fahrpreis (6 Kronen für die halbe Strecke (bis Murplatz) oder 10 Kronen für die gesamte Strecke) genehmigt.

So fand am 8. Juni, dem Samstag vor Pfingsten, die feierliche Eröffnung der Grazer Pferdetramway statt. Die k.k. priv. Südbahngesellschaft genehmigte auf dem Vorplatz des Südbahnhofs eine provisorische Gleisverbindung mit der Remise (wo bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die Remise II der GVB stand), um die Eröffnung nicht zu verzögern. Die Pferdebahn war ein Erfolg, am Pfingstmontag wurden bereits 6500 Personen befördert.

Gleichzeitig wurde aber an einer Erweiterung des Netzes gearbeitet. Am 7. Juli wurde die Verlängerung zur Maiffredygasse eröffnet, am 13. Juli erhielt Kollmann die Konzession zur Verlängerung bis zum Hilmteich. Am 8. August wurde das nächste Teilstück bis zum Palais Herberstein (= Leonhardstraße 59) in den Verkehr miteinbezogen. Am 1. September folgte die Verlängerung zur Elisabethstraße (beim heutigen Tegetthoffplatz). Somit wurden in 4 Monaten ebensoviele Kilometer an Tramwaystrecke fertig gestellt. Allerdings fehlte noch die im ursprünglichen Vertrag geforderte Strecke zum Geidorfplatz.


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